{"id":2113,"date":"2019-10-15T11:51:00","date_gmt":"2019-10-15T09:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/moritz-hoffmann.de\/wp23\/?p=32"},"modified":"2024-10-09T17:38:13","modified_gmt":"2024-10-09T15:38:13","slug":"jenseits-von-currywurst-jakob-meyer-und-die-metzgerei-doenninghaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moritz-hoffmann.de\/wp24\/2019\/10\/15\/jenseits-von-currywurst-jakob-meyer-und-die-metzgerei-doenninghaus\/","title":{"rendered":"Jenseits von Currywurst: Jakob Meyer und die Metzgerei D\u00f6nninghaus"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn wir vom nationalsozialistischen Erbe von Firmen reden, denken wir meistens an die gro\u00dfen Unternehmen: An die BMW-Eigner der Familie Quandt, an die Gro\u00dfindustrie oder aus halbwegs aktuellem Anlass an <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/bahlsen-verstrickung-ins-nazi-regime-16192338.html\">Bahlsen<\/a>. Das greift aber zu kurz: Auch kleine Betriebe k\u00f6nnen in ihrer Unternehmensgeschichte problematische oder zumindest aufkl\u00e4rungsw\u00fcrdige Bestandteile finden. Allerdings m\u00fcssen sie erst einmal ins Bewusstsein r\u00fccken, denn im Gegensatz zur gro\u00dfen Fabrik fehlt es oft an der \u00dcberlieferung (Opfer oder T\u00e4ter erz\u00e4hlen ihren Nachkommen oder eben nicht), an Quellen (Akten wurden im Krieg zerst\u00f6rt oder weggeworfen) oder schlicht am Anlass (es fehlt das \u00f6ffentliche Interesse).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">I. Das Interesse<\/h2>\n\n\n\n<p>So ist es auch im Fall der Firma D\u00f6nninghaus, die allerdings noch einen Sonderfall darstellt: Zur Gr\u00fcndung in den 1930er Jahren war D\u00f6nninghaus eine Metzgerei wie es sie in Deutschland zigtausendfach gab, heute ist der Name aber eindeutig mit der weit \u00fcber Bochum hinaus bekannten Currywurst verbunden. Und an diesem Punkt beginnt das \u00f6ffentliche Interesse, geweckt von Jan B\u00f6hmermann am 9. Dezember 2018 in einer Folge von &#8222;<a href=\"https:\/\/youtu.be\/rR3bd5cG-k8?t=1340\">Fest und flauschig<\/a>&#8222;:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ich habe nur Fragen, das ist wirklich nicht b\u00f6se gemeint, ich m\u00f6chte auch niemanden fertig machen oder so. [&#8230;] Ich bin dann auf die Seite gegangen von D\u00f6nninghaus, dieechte.de, und hab da ein bisschen in der Geschichte gelesen, wie alles begann: Die Fleischerei wurde im Jahr 1935 von Otto D\u00f6nninghaus gegr\u00fcndet, das war die Gr\u00fcnderzeit. [&#8230;] Otto D\u00f6nninghaus begann 1920 seine Lehre, die er nach drei Jahren abschloss, also normale Regelzeit, bevor er sich im Bochumer Zentrum selbstst\u00e4ndig machte \u00fcbte er als Geselle ein Jahr in Hagen und drei Jahre in Wanne-Eickel seinen Beruf aus. 1935 schlie\u00dflich er\u00f6ffnete er sein eigenes Gesch\u00e4ft und hatte es, und jetzt kommt&#8217;s, trotz der schweren Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg geschafft zwei Lehrlinge zu unterhalten. 1942 wurde Otto D\u00f6nninghaus zum Wehrdienst eingezogen und kam 1945 aus der Gefangenschaft zur\u00fcck. Punkt. Das ist die ganze Geschichte da. [&#8230;] Kommen wir jetzt zum Impuls von Isabell, sie hat mir n\u00e4mlich geschrieben [&#8230;] &#8222;Erz\u00e4hl doch mal diese Geschichte, dass Otto D\u00f6nninghaus, der Gr\u00fcnder von D\u00f6nninghaus, der ber\u00fchmte Erfinder der Currywurst, 1938 im Rahmen der Arisierung die Fleischerei Jakob Meyer \u00fcbernommen hat&#8220;. Der hat einfach seine Fleischerei verloren, weil er j\u00fcdisch war [&#8230;]<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Und damit war das Interesse da. Die Lokalpresse st\u00fcrzte sich verst\u00e4ndlicherweise aufs Thema, ebenso die Fest-und-flauschig-H\u00f6rerInnen. Anlass des Impulses war ein einzelner Satz aus einem <a href=\"https:\/\/taz.de\/!355021\/\">taz-Artikel von 2006<\/a>, der die Recherchen des Bochumer Historikers Hubert Schneider zitiert:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Metzgerei Jakob Meyer in Bochum wechselt in den Besitz von Otto D\u00f6nninghaus und wird von der Gauleitung als \u201eFrei von j\u00fcdischen Einfl\u00fcssen\u201c beschrieben.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Mehr Journalistisches oder Wissenschaftliches zu diesem Vorgang war im Internet nicht zu finden. Immerhin war die Gesch\u00e4fts\u00fcbertragung verifizierbar:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/twitter.com\/moritz_hoffmann\/status\/1071754410253041664\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Es gab Anfang der 1930er Jahre eine Metzgerei Jakob Meyer an der Stelle, an der bis heute die Metzgerei D\u00f6nninghaus steht. So weit, so eindeutig. Dass es die Gesch\u00e4fts\u00fcbertragung gegeben hatte, war damit unstrittig. Die kompletten Rahmenbedingungen und Umst\u00e4nde waren aber unklar. Daf\u00fcr musste man dann doch ins Archiv.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">II. Der Auftrag<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Januar 2019 hat mir die Firma D\u00f6nninghaus den Auftrag gegeben, die Umst\u00e4nde der Betriebsgr\u00fcndung der Metzgerei zu erforschen. Ich habe daf\u00fcr, der Transparenz halber sei das angemerkt, ein markt\u00fcbliches Honorar erhalten. S\u00e4mtliche inhaltliche Einflussnahme wurde kategorisch ausgeschlossen. Das daraus entstandene Gutachten hat mittlerweile zur Erneuerung der <a href=\"https:\/\/www.dieechte.de\/doenninghaus\/geschichte\/\">Unternehmensgeschichte<\/a> auf der Homepage gef\u00fchrt, so dass ich nun auch etwas ausf\u00fchrlicher berichten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Firma D\u00f6nninghaus selbst hat keinerlei Unterlagen aus dieser Zeit zur\u00fcckbehalten was nicht weiter verwunderlich ist, weil das damalige Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus im November 1944 ausgebombt wurde. Dementsprechend mussten die Quellen aus den Archiven kommen: Aus dem Landesarchiv in Duisburg (Entnazifizierungsakte Otto D\u00f6nninghaus), aus dem Landesarchiv in M\u00fcnster (Arisierungsverfahren 1937\/38, Entsch\u00e4digungsverfahren nach 1945) und aus dem Stadtarchiv in Bochum.((<small><sup>1<\/sup> Die genauen Aktenfundstellen f\u00fcr weitere Recherchen: S 010\/NSDAP, Gauleitung Westfalen-S\u00fcd, Gauwirtschaftsberater, Nr. 473, 1937-1938 \u00dcbernahme der Metzgerei Jakob Meyer, Bochum durch den Metzgermeister Otto D\u00f6nninghaus, Dortmund; L 326\/\u00c4mter f\u00fcr gesperrte Verm\u00f6gen, Kreisamt Bochum, Nr. 466, (1937) 1948-1953, Erben Jacob Meyer, Bogota, Kolumbien und New York, USA .\/. 1. Otto D\u00f6nninghaus,Bochum, 2. Stadt Bochum: Grundst\u00fcck, Wohnhaus und Gesch\u00e4ftshaus Br\u00fcckstr. 49, Grundst\u00fcck Wittener Str. 28; LAV NRW W Q 121, Landgerichte, R\u00fcckerstattungen-Bochum, Nr. 1540, 1948-1953 (-1965), 1. Erwin Meyer in Bogota und 2. Witwe Erna Meyer, geb. Feldheim, in New York als Erben von Jakob Meyer (fr\u00fcher Bochum) .\/. Metzgermeister Otto D\u00f6nninghaus in Bochum: Grundst\u00fcck in Bochum, bewegliches Verm\u00f6gen (Gesch\u00e4ftswert der Metzgerei Meyer in Bochum).))<\/small> Aus den Akten ergibt sich ein an den entscheidenden Stellen \u00fcbereinstimmendes Bild, auch wenn die Schilderungen der verschiedenen Parteien nicht immer zusammenpassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">III. Arisierung?<\/h2>\n\n\n\n<p>An der Br\u00fcckstra\u00dfe 49 bestand schon weit vor den 1930er Jahren eine Metzgerei im Besitz von Albert Velten, der sie im Jahr 1928 im Alter von 56 Jahren an Jakob Meyer verkaufte. Meyer, geboren am 3. Juni 1883 in Wesel, hatte bereits seit einiger Zeit eine kleine Ziegenmetzgerei in Bochum gef\u00fchrt und wagte nun den n\u00e4chsten Schritt. Velten wollte sich zur Ruhe setzen, finanzieren sollte ihm das der Verkauf des Gesch\u00e4fts sowie die Mieteinnahmen aus einem schr\u00e4g gegen\u00fcberliegenden Haus, das er ebenfalls besa\u00df. Die Verkaufsmodalit\u00e4ten sind notariell beglaubigt: Meyer sollte insgesamt 100.000 Reichsmark bezahlen, davon 10.000 in bar bei Vertragsabschluss, 10.000 durch die \u00dcbernahme einer Hypothek bei der Sparkasse Bochum und den allergr\u00f6\u00dften Teil, 80.000 Reichsmark, als Kredit bei Velten, verzinst mit 6% pro Jahr, abzahlbar in Raten von 1.000 Reichsmark. Ganz klar ist nicht, was sich der unverheiratete Velten davon versprach, schlie\u00dflich h\u00e4tte er bei dieser Vereinbarung 136 Jahre alt werden m\u00fcssen um sein gesamtes Geld von Meyer zu bekommen. Es wurde allerdings auch eine Zusatzvereinbarung aufgenommen, wonach Velten diesen Kredit zum 1. Oktober 1938 k\u00fcndigen konnte, wenn Meyer die Raten nicht zahlen w\u00fcrde. Ebenfalls unstrittig ist, dass der Kaufvertrag 1930 noch einmal modifiziert wurde und Velten auf 9.000 Reichsmark aus dem Kredit verzichtete, wohl weil das Gesch\u00e4ft nicht so gut lief, wie Meyer es sich erhofft hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>In den kommenden Jahren d\u00fcrften Meyer erst die Wirtschaftskrise und dann die Machterlangung der NSDAP schwer zugesetzt haben. Jedenfalls scheint er in den 1930er Jahren seine Kreditraten nicht mehr bezahlt zu haben, lediglich die Zinsen brachte er noch fristgerecht auf. Als Meyers Gesch\u00e4ft auf der Liste der zu boykottierenden j\u00fcdischen Unternehmen Bochums auftauchte, reagierte er darauf wohl damit, seine Orden aus dem Ersten Weltkrieg ins Schaufenster zu legen, was die \u00f6rtlichen Nazis zum Anlass nahmen, ihn schwer k\u00f6rperlich zu misshandeln.<\/p>\n\n\n\n<p>In diese Situation hinein d\u00fcrfte sich bei Meyer um 1937 die Erkenntnis durchgesetzt haben, dass mit dieser Metzgerei in Bochum, in Deutschland, kaum Zukunft zu machen sei. Ausweislich der Entsch\u00e4digungsakten meldete er sich selbst bei Velten, dem er ja noch 71.000 Reichsmark schuldete, und bat ihn darum, einen K\u00e4ufer f\u00fcr den Betrieb zu finden. Und Velten wurde schnell f\u00fcndig: Am Bochumer Schlachthof hatte der junge Otto D\u00f6nninghaus sein Interesse, einen eigenen Betrieb zu gr\u00fcnden, bekanntgemacht. Dass Velten und nicht Meyer auf ihn zukam, spricht f\u00fcr das Einvernehmen \u00fcber dieses Vorgehen: Velten hatte zu diesem Zeitpunkt ja keinerlei Rechte an Haus und Betrieb, er h\u00e4tte nur zum 1. Oktober 1938 den Kredit k\u00fcndigen und das Haus zur Zwangsversteigerung bringen k\u00f6nnen, wenn Meyer nicht einverstanden gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Innerhalb weniger Wochen wurde der Kaufvertrag fixiert: Als Gesamtkaufpreis f\u00fcr das Haus, den Betrieb und sein Inventar wurden 72.208,26 Reichsmark vereinbart. Davon sollte Jakob Meyer 10.500 Reichsmark erhalten (2.000 bei Vertragsschuss, 8.500 am ersten \u00d6ffnungstag der Metzgerei D\u00f6nninghaus am 3. Januar 1938), der Rest ging an Velten f\u00fcr die \u00dcbernahme der Hypothek. Meyer erhielt also faktisch das Geld zur\u00fcck, das er knapp zehn Jahre zuvor selbst in bar aufgebracht hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bringt uns also zur Frage, ob diese Gesch\u00e4fts\u00fcbernahme eine &#8222;Arisierung&#8220; war: Ja und nein. Ja, denn hier \u00fcbernahm ein als &#8222;Arier&#8220; klassifizierter Mensch einen Betrieb von einem als &#8222;j\u00fcdisch&#8220; angesehen Menschen (\u00fcber Meyers Religiosit\u00e4t gibt es keine Quellen, er schlachtete aber in seinem Betrieb Schweine). Insofern ist es tats\u00e4chlich eine Arisierung, jedoch: Das Bild, das \u00f6ffentlich heute \u00fcber solche Vorg\u00e4nge verbreitet ist, trifft es nicht: Von einer &#8222;<a href=\"https:\/\/www.ruhrnachrichten.de\/haltern\/enteignet-und-ermordet-doenninghaus-gruender-hatte-familiaere-wurzeln-in-haltern-plus-1380815.html\">Enteignung<\/a>&#8220; Jakob Meyers kann keine Rede sein, auch wurde er nicht mit unmittelbarer Gewalt zum Verkauf gezwungen &#8211; solche &#8222;Arisierungen&#8220; sollten fl\u00e4chendeckend erst ab der zweiten Jahresh\u00e4lfte 1938 vorkommen. Tats\u00e4chlich war die NSDAP bis kurz vor der Er\u00f6ffnung \u00fcberhaupt nicht in den Verkauf eingeweiht, was sich durch den Aktenvermerk belegen l\u00e4sst. Der Gauwirtschaftsberater, ein NSDAP-Parteibeamter, musste jeden Verkauf eines von einem Juden betriebenen Gesch\u00e4fts genehmigen, um schlie\u00dflich das Siegel &#8222;Betrieb frei von j\u00fcdischem Einfluss&#8220; zu vergeben. Nur mit dieser Best\u00e4tigung war es Betrieben danach m\u00f6glich, zum Beispiel Werbung in Zeitungen zu schalten. Der Gauwirtschaftsberaters hatte diese &#8222;Arisierung&#8220; am 23. Dezember 1937 zu genehmigen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Wie das bei derartigen Angelegenheiten immer geht, wird der Sachverhalt immer erst<br>dann vorgelegt, wenn die \u00dcbernahme schon in wenigen Tagen erfolgen soll. [&#8230;] Ich bitte<br>die erforderlichen Ermittlungen gegenenfalls (sic) telefonisch anzustellen, um die Pr\u00fcfung<br>m\u00f6glichst schnell zum Abschluss zu bringen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">IV. Jakob Meyer<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Erforschung des nachfolgenden Lebens von Jakob Meyer war nicht direkter Teil meines Auftrags, aber durch die Quellen teilweise ersichtlich. Meyer zog mit seiner Frau zun\u00e4chst nach Haltern, wo schon seine Schwester lebte, in die M\u00fcnsterer Stra\u00dfe 25. Im Rahmen der Novemberpogrome wurde Jakob Meyer in der Nacht vom 9.\/10. November 1938 verhaftet und in ein Konzentrationslager gebracht. Seine Frau Erna Meyer meldete sich am 10. November 1938 polizeilich aus Haltern ab und zog zu ihren Eltern, deutsch-holl\u00e4ndischen Juden, nach Hoensbroek in den Niederlanden. H\u00f6chstwahrscheinlich ist Jakob Meyer ihr nach seiner Entlassung aus dem KZ dorthin gefolgt, jedenfalls existiert in den <a href=\"https:\/\/collections.arolsen-archives.org\/G\/SIMS\/01020402\/0096\/113274196\/001.jpg\">digitalen Archiven in Bad Arolsen eine Karteikarte<\/a>, die ihn dort meldet. Ab dort besteht eine kleine L\u00fccke, jedenfalls ist Meyer dem Gedenkbuch des Bundesarchivs zufolge beim Einmarsch der Wehrmacht <a href=\"http:\/\/www.bundesarchiv.de\/gedenkbuch\/de928150\">aus Belgien nach Frankreich abgeschoben worden<\/a>, wo er gemeinsam mit anderen ausl\u00e4ndischen Juden ins s\u00fcdliche <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saint-Cyprien_(Pyr%C3%A9n%C3%A9es-Orientales)\">Internierungslager Saint Cyprien<\/a> deportiert wurde. Sp\u00e4ter wird er ins <a href=\"https:\/\/yvng.yadvashem.org\/nameDetails.html?language=en&amp;itemId=7746717&amp;ind=236\">Krankenlager<\/a> R\u00e9c\u00e9b\u00e9dou verlegt. Am 31. August 1942 steht &#8222;Jacob Meyer&#8220; auf der Deportationsliste 26 des Lagers Drancy, zwar mit dem falschen Geburtsort Hannover, aber mit dem richtigen Geburtsdatum. Es ist \u00e4u\u00dferst wahrscheinlich, dass es sich um Jakob Meyer, geboren in Wesel, handelt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/jacobmeyer.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/jacobmeyer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2016\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Der 26. RSHA-Transport verl\u00e4sst am 31. August 1942 mit <a href=\"http:\/\/www.tenhumbergreinhard.de\/transportliste-der-deportierten\/transportliste-der-deportierten-1942\/transport-31081942-drancy.html\">\u00fcber 1.000 Juden an Bord den Bahnhof Le Bourget-Drancy<\/a>. In Kosel werden von der SS 253 &#8222;Arbeitsf\u00e4hige&#8220; aus dem Zug selektiert und zur Zwangsarbeit an andere Orte gebracht. Am 2. September 1942 erreicht der Zug das Konzentrationslager Auschwitz, von den immer noch knapp 1.000 Juden werden bei der Selektion an der Rampe 12 M\u00e4nner und 27 Frauen als H\u00e4ftlinge und ZwangsarbeiterInnen ins Lager aufgenommen. Der Rest wird unmittelbar vergast. Dass Jakob Meyer, 57 Jahre alt und zuvor im franz\u00f6sischen Krankenlager untergebracht, zu den aufgenommenen Zwangsarbeitern geh\u00f6rt, ist nahezu ausgeschlossen. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist er am 2. September 1942 ermordet worden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">V. Erna und Erwin<\/h2>\n\n\n\n<p>Zwei andere Meyers haben den Krieg auf h\u00f6chst unterschiedliche Weise \u00fcberlebt. <a href=\"http:\/\/www.heemkundehoensbroek.nl\/slachtoffers_oorlogsgeweld.html\">Erna Meyer zog zu ihren Eltern nach Hoensbroek<\/a>, am 25. November 1941 verloren die Familie ihre Staatsangeh\u00f6rigkeit und wurde daraufhin staatenlos. Im Sommer 1942 wurde der Familie der Betrieb ihres Caf\u00e9s untersagt, im April 1943 Ernas Vater Moritz Feldheim im KZ Herzogenbusch oder &#8222;Kamp Vught&#8220; inhaftiert, am 18. Mai deportiert und drei Tage sp\u00e4ter in Sobibor ermordet. Ernas Mutter Maria-Anna Feldheim-Moser wurde am 28. Januar 1944 in Auschwitz ermordet. Erna Meyer selbst wurde ebenfalls nach Vught gebracht, dort jedoch am \u201ePhilips Speciale Werkplaats Vught\u201c eingesetzt, einer Philips-Zwangsarbeitergruppe, die dem Unternehmensleiter <a href=\"http:\/\/db.yadvashem.org\/righteous\/family.html?language=en&amp;itemId=4043449\">Frits Philips<\/a> eine Ehrung als &#8222;Gerechter unter den V\u00f6lkern&#8220; einbringen sollte. \u00dcber Monate gelang es ihm, &#8222;seine&#8220; ZwangsarbeiterInnen vor der Deportation zu sch\u00fctzen. Als sie schlie\u00dflich doch am 2. Juni 1944 nach Auschwitz deportiert wurden, veranlasste er noch vor der Ankunft im KZ, dass sie als spezialisierte Rundfunktechnikerinnen sofort wieder zur Zwangsarbeit bei ihm eingesetzt w\u00fcrden. Anfang 1945 begann diese Philips-Gruppe lange M\u00e4rsche weg von der sich n\u00e4hernden Front der Roten Armee. Schlie\u00dflich kamen zum Kriegsende von den 391 Frauen, die nach Auschwitz gebracht worden waren, 325 in G\u00f6teborg an, mit 83% eine einzigartige \u00dcberlebensquote eines Deportationszuges ins Vernichtungslager. Am 29. Mai 1945 suchte Erna Meyer von G\u00f6teborg aus in der deutsch-j\u00fcdischen Exilzeitung &#8222;Aufbau&#8220; ihren Cousin Bruno Feldheim.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Aufbau-29.-Mai-1945-Erna-Meyer-Feldheim.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Aufbau-29.-Mai-1945-Erna-Meyer-Feldheim.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2014\" width=\"644\" height=\"551\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Aufbau 29. Mai 1945, ganz unten links die Suchanzeige von Erna Meyer-FeldheimIm August 1945 kehrte sie nach Hoensbroek zur\u00fcck und er\u00f6ffnete das Caf\u00e9 ihrer Eltern zumindest vor\u00fcbergehend wieder. Zwischen 1947 und 1950 verlie\u00df sie die Niederlande und zog nach New York, wo sie bei der ungarisch-j\u00fcdischen \u00c4rztin Dr. Lucy Shimmerlik in der 30-76 36th Street, Long Island City, New York lebte. Ernie Meyer, wie sie sich von nun an nannte, starb am 14. November 1992 im Alter von 85 Jahren in Landing, New Jersey.<\/p>\n\n\n\n<p>Erwin Meyer, Jakob Meyers Sohn aus erster Ehe, zog in den 1930er Jahren wohl erst nach New York, sp\u00e4ter nach Bogota. Dort lebte er sp\u00e4testens 1950 in der <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/Cra.+17+%2343-69,+Bogot%C3%A1,+Kolumbien\/@4.6322091,-74.0707759,3a,75y,193.63h,95.27t\/data=!3m6!1e1!3m4!1sIYMGVIBXBkzd8ASeJECv5w!2e0!7i13312!8i6656!4m5!3m4!1s0x8e3f9a2eac92e371:0x4efd1032bdcef71a!8m2!3d4.6320973!4d-74.0707814\">Carr. 17 Nr. 43-69<\/a>. Er meldet sich 1950 bei Erna Meyer, die ihn wiederum im &#8222;Aufbau&#8220; gesucht hat:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Aufbau-4.-August-1950-Suchanzeige-Erwin-Meyer-DNB.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Aufbau-4.-August-1950-Suchanzeige-Erwin-Meyer-DNB.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2015\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Erwin Meyer ist auch 1951 im Telefonbuch von Bogota an dieser Adresse verzeichnet, wenn auch mit dem Namensk\u00fcrzel &#8222;Erwdro.&#8220;, versehen mit der Berufsbezeichnung &#8222;Alm.&#8220;, die im weitesten Sinne f\u00fcr Lebensmittelladen steht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/erwdro.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/erwdro.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2017\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Es ist sehr wahrscheinlich, dass Erwin Meyer an dieser Adresse einen Laden gef\u00fchrt hat, und das nicht allein: Am selben Ort ist zur selben Zeit Adolf Kahn gemeldet, ein 1890 geborener Jude, der <a href=\"http:\/\/www.wormserjuden.de\/Biographien\/Kahn-I.html\">mit seiner Familie 1938 Worms verlie\u00df<\/a> und zumindest zeitweise in Deutschland als Kolonialwarenh\u00e4ndler t\u00e4tig gewesen war.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Aufbau-25.-August-1950-Eintrag-selbe-Adresse-wie-Erwin-Meyer.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Aufbau-25.-August-1950-Eintrag-selbe-Adresse-wie-Erwin-Meyer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2018\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Weiteres ist \u00fcber Erwin Meyer nicht bekannt. Ich habe verschiedene Archive in Kolumbien erfolglos angeschrieben, auch einen Historiker, der sich mit Juden in Bogota befasst, der mir aber \u00fcber das Telefonbuch von 1951 hinaus nicht helfen konnte. Erwin Meyers Spur verliert sich in den 1950er Jahren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">VI. &#8222;Wiedergutmachung&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p>Erna Meyer suchte ihren Stiefsohn aus gutem Grund: Den Erben Jakob Meyers standen Entsch\u00e4digungszahlungen, vielleicht sogar die komplette R\u00fcckerstattung des verlorenen Verm\u00f6gens zu. Den ersten Schritt machte aber nicht die Witwe, sondern eine Nichte. Ruth Meyer, 1916 geboren, meldete fristgerecht als &#8222;einzige \u00dcberlebende&#8220; der Familie Anspr\u00fcche an, behauptete dass Jakob Meyer sich in Haltern vor der drohenden Deportation erschossen habe und dort begraben sei. Die Adresse seiner Metzgerei wisse sie nicht genau, er habe aber keinerlei Kaufpreis daf\u00fcr erhalten, zudem habe Jakob Meyer etwa 150.000 Reichsmark an Privatverm\u00f6gen gehabt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses fast vollkommen falsche Verfahren wurde schnell zu den Akten gelegt, weil Erna Meyer sich ebenfalls meldete und pr\u00e4zisere Angaben machen konnte, wenn sie auch als heutigen Besitzer der Metzgerei &#8222;Dittmann (?)&#8220; eintrug. Es begann ein mehrj\u00e4hriges Verfahren, das von allen Seiten nicht immer ehrlich gef\u00fchrt wurde. D\u00f6nninghaus, der das zerst\u00f6rte Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus nach dem Krieg selbst notd\u00fcrftig wieder aufgebaut hatte, verteidigte sich mit Verweis auf den gezahlten Kaufpreis und mit Hilfe lokaler Metzger, darunter Albert Velten, die in bemerkenswertem Gleichklang aussagten, Meyer habe das Gesch\u00e4ft selbst heruntergewirtschaftet; ob die Nazis irgendetwas damit zu tun gehabt h\u00e4tten k\u00f6nnten sie nicht einsch\u00e4tzen. Erna Meyers New Yorker Anwalt Fred Meyerhoff, mittlerweile spezialisiert auf transatlantisch ausgefochtene R\u00fcckerstattungsverfahren, konterte mit Leumundszeugnissen und teils unbelegt und unwahrscheinlich wirkenden Angaben \u00fcber den von Meyer 1928 gezahlten Kaufpreis. Schlie\u00dflich schlug das Wiedergutmachungsamt der Stadt Bochum einen Vergleich vor, demzufolge D\u00f6nninghaus 3.000 Mark in drei Raten zahlen solle. In einem separaten Brief wandte sich der zust\u00e4ndige Beamte an Erna Meyer und riet ihr, diesen Vergleich anzunehmen: Da D\u00f6nninghaus das Haus ab 1945 neu aufgebaut habe, w\u00fcrde sie sonst wohl gar nichts bekommen. Das war eine glatte Unwahrheit zu Gunsten des Bochumers und zu Ungunsten der Holocaust\u00fcberlebenden. Erna Meyer schlug den Vergleich aus.<\/p>\n\n\n\n<p>1952 erstellte der Bausachverst\u00e4ndige Erich Groth ein Gutachten, nachdem das Geb\u00e4ude beim Verkauf 1937 61.000 Reichsmark wert gewesen sei. Darauf fu\u00dfte der n\u00e4chste Vergleichsvorschlag: D\u00f6nninghaus solle nun 22.000 DM nachzahlen, damit sei die Angelegenheit erledigt. Zur Sicherheit f\u00fcr die geschuldeten Raten solle D\u00f6nninghaus&#8216; Mercedes als Hypothek dienen (es scheint dem Metzger also auch in den fr\u00fchen 50ern nicht so schlecht gegangen zu sein). Der Vergleich scheiterte daran, dass Otto D\u00f6nninghaus keine Kaskoversicherung f\u00fcr den Wagen abschlie\u00dfen wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu guter Letzt einigte man sich doch noch: Am 8. Oktober 1952 wurde vereinbart, dass Otto D\u00f6nninghaus an Erna und Erwin Meyer insgesamt 20.000 Mark zahlen w\u00fcrde, woraufhin beide auf s\u00e4mtliche Anspr\u00fcche verzichteten. Am 31. Dezember 1952, dem letztm\u00f6glichen Tag, zahlte D\u00f6nninghaus, der Vergleich wurde wirksam und die &#8222;Wiedergutmachung&#8220; abgeschlossen. Am 17. Januar 1953 wurde der Sperrvermerk im Grundbuch aufgehoben und die Metzgerei Jakob Meyer juristisch endg\u00fcltig aufgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Was l\u00e4sst sich aus dem Fall nun lernen? Zun\u00e4chst einmal, dass auch kleine Betriebe ihre Geschichte haben, die nicht unproblematisch sein muss und \u00e4u\u00dferst spannend sein kann. Dann, dass es sich auch f\u00fcr diese Betriebe lohnt, etwaiges entstehendes Interesse an dieser Geschichte schnell aufzunehmen und bearbeiten zu lassen. Dass es freundliche und hilfsbereite Historiker in Bogota gibt, die auf Facebook-Nachrichten wildfremder Kollegen aus Deutschland antworten. Dass \u00f6ffentliche Geschichte an den unerwartetsten Orten auftauchen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass kleine mittelst\u00e4ndische Unternehmen pl\u00f6tzlich mit ihrer &#8222;Arisierungs&#8220;-Geschichte konfrontiert werden ist nichts, was Jan B\u00f6hmermann erfunden h\u00e4tte &#8211; er hat es nur f\u00fcr ein regional bekanntes Unternehmen \u00fcberregional bekannt gemacht. Ein anderer, \u00e4hnlich gelagerter Fall betrifft <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/eli.boccara\/posts\/112517676793036\">eine Heidelberger B\u00e4ckerei<\/a>, die bis vor gar nicht langer Zeit ein stolzes &#8222;Seit 1938&#8220; \u00fcber der T\u00fcr h\u00e4ngen hatte. Zumindest bei D\u00f6nninghaus ist offensichtlich, dass die heutigen Betreiber nicht den Hauch einer Ahnung oder eines Verdachts dar\u00fcber hatten, wie ihr Betrieb entstanden war. Die Abwesenheit privater Quellen und die Sprachlosigkeit derer, die in den 1930er Jahren den Familienwohlstand begr\u00fcndeten, ist geradezu beispielhaft. In Anbetracht der Fallzahlen d\u00fcrfte es f\u00fcr alle Firmen, deren Gr\u00fcndungsjahr in der zweiten H\u00e4lfte der 1930er Jahre liegt, sinnvoll sein, ihre Geschichte zumindest in knapper Form aufarbeiten zu lassen. Gerade der Fall Bahlsen hat gezeigt, was pl\u00f6tzlich auftauchendes \u00f6ffentliches Interesse bei einer Marke anrichten kann. Ich meine das so wie es da steht, aber nat\u00fcrlich nicht vollkommen uneigenn\u00fctzig: Ich kann dabei helfen und freue mich <a href=\"https:\/\/www.moritz-hoffmann.de\/kontakt\/\">\u00fcber jede Kontaktaufnahme<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mithilfe<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Auftrag ist abgeschlossen, die Geschichte soweit geplant war erforscht. Mein Interesse ist aber nicht weg: Was aus Erwin Meyer geworden ist, w\u00fcrde ich wirklich gerne wissen. Vielleicht hatte er Kinder, vielleicht leben Nachfahren, die ebenso wenig \u00fcber diese Geschichte wissen wie die Nachfahren von Otto D\u00f6nninghaus bis Anfang dieses Jahres. Ich freue mich \u00fcber jeden Hinweis (der Erwin Meyer aus Bogota, der nun in Florida lebt und bei Facebook zu finden ist geh\u00f6rt allerdings nicht zu den Nachfahren, ich habe ihn schon gefragt).<\/p>\n\n\n\n<p><small>Zum Titelbild: Luftbild der US-Streitkr\u00e4fte nach der Bombardierung Bochums am 4. November 1944. Rechts gut erkennbar das quadratische Bochumer Rathaus, am rechten Rand f\u00fchrt von Norden nach S\u00fcden die Br\u00fcckstra\u00dfe mit dem zerst\u00f6rten Metzgereihaus.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir vom nationalsozialistischen Erbe von Firmen reden, denken wir meistens an die gro\u00dfen Unternehmen: An die BMW-Eigner der Familie Quandt, an die Gro\u00dfindustrie oder aus halbwegs aktuellem Anlass an Bahlsen. Das greift aber zu kurz: Auch kleine Betriebe k\u00f6nnen in ihrer Unternehmensgeschichte problematische oder zumindest aufkl\u00e4rungsw\u00fcrdige Bestandteile finden. 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